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Abkürzungen & Begriffe

JarbSChG, AGG und BAB – alles noch nie gehört? Keine Sorge: mein-ausbildungsstart.de erklärt Dir die
wichtigsten Begriffe und Abkürzungen rund um Deine Ausbildung – denn früher oder später,
wird Dir der ein oder andere bestimmt begegnen.

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG): Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz soll vor
Diskriminierung – in jeglicher Form und aus jeglichem Grund – schützen. Es wurde im Jahr 2006
ins Leben gerufen, um jedem, der sich benachteiligt fühlt, die Möglichkeit zu geben, rechtlich
gegen Diskriminierungen und Benachteiligungen vorzugehen. Das AGG unterscheidet zwischen
fünf Arten von Benachteiligung: Belästigung, Unmittelbare und Mittelbare Benachteiligung,
Anweisung zur Benachteiligung und sexuelle Belästigung.
Wenn Du Dich während Deiner Ausbildung oder schon bei der Bewerbung benachteiligt fühlst,
bietet Dir das AGG verschiedene Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Zunächst hast Du ein
Beschwerderecht, was Du im Gespräch mit Deinem Ausbilder beanspruchen kannst, indem Du ihm
Deine Situation sachlich schilderst. Die Beschwerde muss dann per Gesetz geprüft werden. Wird sie
das nicht, oder führt das Ganze zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis, kannst Du Dich an die
nächste Instanz wenden – in der Regel ist das der Betriebsrat. In besonders heiklen Fällen hast Du
auch ein Recht auf Leistungsverweigerung, der letzte Weg, das AGG geltent zu machen, führt dann
über das Arbeitsgericht.

Arbeitgeberverbände: Arbeitgeberverbände sind eine Gruppierung von gewählten Vertretern, die
für alle Arbeitgeber der jeweiligen Branche stehen. Sie sind dazu da, Interessen gegenüber
Gewerkschaften und dem Staat zu vertreten.
Ausbildungsordnung: Eine Ausbildungsordnung gibt es für jeden staatlich anerkannten
Ausbildungsberuf. Alle Inhalte, die zu vermitteln sind, sind darin festgelegt. Dein
Ausbildungsbetrieb muss diese Mindestanforderungen Dir gegenüber erfüllen.
BAföG: Das BAföG ist eine Maßnahme vom Staat, um Schüler und Studierende finanziell während
ihrer Ausbildung zu unterstützen. Im Gegensatz zum BAföG für Studierende, musst Du das
Schüler-BAföG in aller Regel nicht zurückzahlen. Dein Anrecht auf Schüler-BAföG hängt von
Deiner Schulart ab und davon, ob Du bei Deinen Eltern wohnst oder nicht.

Berufsausbildungshilfe (BAB): Du ziehst für Deine Ausbildung bei Deinen Eltern aus, aber die
Ausbildungsvergütung reicht nicht aus, um Kosten für Miete und Lebensunterhalt zu decken? Dann
kannst Du die sogenannte Berufsausbildungsbeihilfe der Agentur für Arbeit beantragen. Diese wird
für die vorgeschriebene Ausbildungszeit oder für die Dauer der berufsvorbereitenden
Bildungsmaßnahme als Zuschuss geleistet und monatlich ausgezahlt. Auf die Beihilfe wird Dein
Einkommen grundsätzlich voll angerechnet. Das Einkommen Deiner Eltern oder eines eventuellen
Ehe- oder Lebenspartners wird nur angerechnet, soweit es bestimmte Freibeträge übersteigt.
Berufsschule: An der Berufsschule erlernst Du das theoretische Wissen, das Du anschließend in
deinem Ausbildungsbetrieb anwenden kannst. Entweder bist Du an ein bis zwei Werktagen in der
Berufsschule oder im Rahmen eines mehrwöchigen Blockunterrichts. Zu allgemeinbildenden
Fächern wie beispielsweise Deutsch und Mathe kommen fachbezogene Kurse und praktische
Trainingseinheiten hinzu.

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung): Eine schwere Krankheit oder ein Unfall
können Deine Lebenssituation von jetzt auf gleich verändern. Daher kann eine Absicherung für
solch einen Notfall durchaus sinnvoll sein. Vor allem als Azubi ist die
Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig: Bei einer Berufsunfähigkeit hast Du sonst nicht einmal
Anspruch auf die staatliche Erwerbsminderungsrente, denn diese wird erst nach fünf Jahren
Berufstätigkeit oder nach 60 Beitragsmonaten gezahlt.
Dauer: Wie lange Deine Ausbildung dauert, ist vom gewählten Ausbildungsberuf abhängig. In der
Regel sind es aber zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Wenn Du gute Leistungen zeigst, bereits
Berufserfahrung oder einen höheren Schulabschluss mitbringst, kann die Ausbildung auch verkürzt
werden.

Gehalt: Wie viel Geld Du während Deiner Ausbildung bekommst, hängt vom Betrieb, Bundesland
und dem gewählten Ausbildungsberuf ab. In der Regel gilt die gültige tarifliche Vereinbarung als
Richtwert.

Gewerkschaft: Gewerkschaften setzen sich für Rechte und Interessen der Arbeitnehmer ein,
verhandeln mit der Politik und machen mit Aktionen oder Streiks auf ihre Forderungen
aufmerksam. Sie sind also quasi die Gegenstücke zu Arbeitgeberverbänden. Auch als
Auszubildender kannst Du einer Gewerkschaft beitreten und Dich politisch engagieren.
Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSChG): Das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt für Personen unter
18 Jahren, die als Arbeitnehmer/innen, Auszubildende oder in einem ausbildungsähnlichen
Verhältnis beschäftigt sind. Es regelt unter anderem Arbeitsdauer, Pausenzeiten, Ruhezeiten,
Wochenend- und Nachtarbeit.

Kündigung: Dein Ausbildungsbetrieb kann Dir nur kündigen, wenn schwerwiegende Gründe – wie
etwa Straftaten oder häufiges und unbegründetes Fehlen – vorliegen. Wenn der Betrieb
beispielsweise gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz verstößt ist es Dir möglich, fristlos zu
kündigen. Ansosnten musst Du eine vierwöchige Kündigungsfrist einhalten.
Lohnabrechnung: Die Lohnabrechnung dient als Nachweis für Deine Einnahmen und steuerlichen
Abgaben. Darin werden unter anderem auch Deine Steuerklasse sowie verbleibende Urlaubstage
gelistet.

Prüfung: In der Regel musst Du während Deiner Ausbildung eine Zwischen- und eine
Abschlussprüfung ablegen. Sie bestehen jeweils aus einem schriftlichen, einem praktischen
und/oder einem mündlichen Teil.

Schülerausweis: Als Azubi bekommst Du einen Schülerausweis, mit dem es viele Sonderangebote
und Rabatte gibt. Ob Kinokarte oder Eintritt ins Fußballstadion: Gegen Vorlage kannst Du an vielen
Stellen einiges einsparen.

Schulische Ausbildung: Neben der betrieblichen oder auch dualen Ausbildung kannst Du Dich
auch für eine schulische Ausbildung entscheiden. Das bedeutet: Du besuchst in Vollzeit eine
Berufsfachschule. Damit die Ausbildung trotzdem praxisnah abläuft, finden dann betriebliche
Praktika statt – entweder blockweise oder kombiniert mit dem Berufsschulalltag. Vor allem Berufe
im Gesundheits- und Sozialwesen sind oft so ausgelegt. Auf ein Gehalt musst Du bei einer
schulischen Ausbildung verzichten und vielleicht sogar eine Schulgebühr zahlen. Hier gibt es aber
Möglichkeiten, sich finanziell unterstützen zu lassen.

Urlaub: Wie viele Urlaubstage Du bekommst, ist in Deinem Ausbildungsvertrag geregelt. Es gibt
aber auch gesetzliche Vorschriften. Unter 16-Jährigen stehen mindestens 30 Urlaubstage zu, mit 17
Jahren sind es mindestens 27 Tage und mit 18 mindestens 25 Tage. Bist Du älter als 18 Jahre, hast
du Anspruch auf mindestens 24 Tage.

Zeugnis: Nachdem Du Deine Abschlussprüfung bestanden hast, bekommst Du gleich drei
Zeugnisse: jeweils eines von der zuständigen Kammer, vom Ausbildungsbetrieb und von der
Berufsschule.


Kommentare


Emil Neumann 31. Oktober 2019 um 5:53

Gute Arbeit. Danke.

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