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Bewerbungsfalle Social Media

Der Chefin eine Freundschaftsanfrage schicken und während der Arbeit mit dem privaten Handy telefonieren – ist das in Ordnung? mein-ausbildungsstart hat einige Tipps zum richtigen Umgang mit dem Smartphone und Social Media im Job zusammengestellt.

Foto: Unsplash

Darf ich während der Arbeit mein Smartphone nutzen?

Ein kurzes Telefonat, die ein oder andere WhatsApp-Nachricht oder mal eben den Instagram-Feed checken – das wird schon niemanden stören! Vielleicht doch: Denn in vielen Betrieben ist die Nutzung des privaten Handys während der Arbeitszeit verboten. Dann solltest Du Dein Smartphone besser ausschalten und weglegen. „Auch in gemeinsamen Pausen steht es der Kommunikation im Weg und kann so manchen Chef sauer machen“, meint Knigge-Expertin Susanne Beckmann. Bestimmt gibt es hierbei auch Ausnahmen, wenn zum Beispiel jemand mal einen wichtigen Anruf erwartet – laute Privatgespräche haben aber im Büro nichts verloren. Ist es in Ordnung Dein Smartphone zu benutzen, achte darauf, dass der Klingelton möglichst leise gestellt ist, begrenze Gespräche und Chatten auf ein Minimum und leg das Gerät nicht auf den Tisch, sondern steck es in die Jacken- oder Hosentasche.

Darf der Chef bestimmen, was Du bei Facebook und Co. Postest?

„Wir haben einen neuen Facebook-Post, bitte alle auf ‚Gefällt mir‘ klicken!“ Darf der Chef solche Vorgaben machen? Oder entscheidest Du selbst, was Du in Social Media postest – und ob Du überhaupt dort Mitglied bist? In der Regel darf der Chef solche Vorgaben nicht machen, sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Denkbar sei zwar, dass der Arbeitgeber im Arbeitsvertrag einen Kodex für das Verhalten in sozialen Netzwerken vorgibt – vor allem bei Social-Media-Managern oder Marketing-Experten, bei denen die Netzwerke zum Job gehören. Selbst dann wäre es aber vermutlich schwer, daraus ein Weisungsrecht des Arbeitgebers für einzelne Likes und Herzchen abzuleiten. Und schon gar nicht für Lobhudeleien bei Facebook, Xing oder Twitter. Was sich der Chef allerdings verbitten kann, ist Gemecker. „Generell gilt, dass Arbeitnehmer die Interessen ihres Arbeitgebers bei ihren Aktivitäten in den sozialen Netzwerken wahren müssen“, sagt Meyer. Schimpfen über Firma und Chef ist also tabu, unwahre Tatsachenbehauptungen sind es sowieso. Bei der Bewertung solcher Verstöße spielt das Netzwerk allerdings eine Rolle: „Facebook wird ja in der Regel eher privat genutzt“, erklärt Meyer. „Wer dagegen bei Xing über die Firma meckert, hat einen geschäftlichen Adressatenkreis, der ein größeres Interesse an solchen Informationen über den Arbeitgeber haben könnte.“ Der Schaden negativer Posts wäre dort also vermutlich größer – und das würde auch bei der arbeitsrechtlichen Bewertung solcher Verstöße eine Rolle spielen.

Tipps für das gefahrlose Verhalten in sozialen Netzwerken
– Stell nur Texte und Bilder online, die auch noch nach Jahren von Deiner Familie, Kollegen
und Chefs unproblematisch gelesen werden können
– Behalte auch im Blick, was Freunde an Deine Pinnwand posten
– Sei vorsichtig mit Kommentaren und Kritik. Wenn überhaupt, solltest Du diese sachlich –
und nicht verletzend – formulieren
– Texte andere nicht zu. Permanente Aktivität kann als nervendes „Aufmerksamkeit-
Erhaschen“ wahrgenommen werden
– Beweise Fingerspitzengefühl beim Vernetzen in Deinem Ausbildungsbetrieb. Bei einem
konservativen Arbeitgeber kann die Freundschaftsanfrage beim Chef als unpassend gelten.
Ist das Hierachiedenken allerdings weitestgehend aufgelöst, ist dies in der Regel kein
Problem
– Für das Vernetzen im Berufsleben eignen sich sogenannte Business-Netzwerke wie Xing
oder Linkedin besser als Instagram und Co.


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