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Die Notbremse ziehen: In der Probezeit kündigen

Eine Berufsausbildung dauert zwei bis drei Jahre. Da ist es umso wichtiger, dass sowohl der ausbildende Betrieb als auch der Azubi in der Probezeit die Gelegenheit bekommen, die „Notbremse“ zu ziehen, wenn sie feststellen, dass sie einfach nicht zusammenpassen.

Arbeitgeber stellen immer wieder fest, dass ein Auszubildender schlichtweg die Anforderungen nicht erfüllt. Während der gesetzlich vorgeschriebenen einmonatigen Probezeit hat er dann die Möglichkeit, das Ausbildungsverhältnis ohne Angabe von Gründen und ohne Einhaltung einer Frist zu kündigen. Nach Ablauf der Probefrist kann er dem Azubi nur noch aus einem wichtigen Grund fristlos kündigen, ansonsten ist eine Kündigung nur im Rahmen der gesetzlichen Frist möglich.

Auch der Lehrling darf kündigen

Aber nicht nur für den Betrieb ist die beiseitige Gewöhnungszeit eine wichtige Entscheidungshilfe. Immer wieder werfen auch Lehrlinge vorzeitig die Flinte ins Korn. Wer zum Beispiel eine Bäckerlehre beginnt und schon bald feststellt, dass er ein ausgeprägter Morgenmuffel ist, sollte sich eventuell beruflich neu orientieren und seinem Ausbilder dies auch umgehend mitteilen. Wartet er damit bis nach dem Ende der Probezeit, muss er die vorgeschriebene Kündigungsfrist von vier Wochen einhalten.

Die Länge der Probezeit variiert

Den meisten Unternehmen ist ein Monat Probezeit zu wenig, um sich von den Fähigkeiten eines Azubis zu überzeugen. Allerdings muss die Probezeit nach spätestens vier Monaten beendet sein. Nur in begründeten Ausnahmefällen darf sie verlängert werden, etwa wenn sie durch Krankheit oder Urlaub für mindestens ein Drittel ihrer Dauer unterbrochen wurde. Auch außerbetriebliche Fortbildungen oder der Besuch von Blockunterricht in der Berufsschule führen nicht automatisch zur Verlängerung der im Ausbildungsvertrag festgelegten Probezeit. Ist diese beendet, läuft der Ausbildungsvertrag automatisch weiter, ohne dass es einer erneuten Zustimmung durch den Ausbildungsbetrieb bedarf.

Text: wib


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