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Ohne Abi studieren: So geht’s!Studium nach Ausbildung

Foto: imago / Photocase

Es ist möglich, ein Studium ohne Abitur zu beginnen – doch das ist unter Umständen nicht so einfach. Welche Voraussetzungen man dafür braucht, wie die Zulassung funktioniert und weitere Tipps.

Dass es auch ohne geht, beweist der Studien-Check des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE): Laut CHE lassen sich etwa 8.000 der rund 19.000 Studiengänge an deutschen Hochschulen auch ohne Abi oder Fachabi belegen – außerdem entwickelt sich Hochschulbildung zum Normalfall. Dennoch gibt es ein paar Dinge dabei zu beachten.

1. Zulassungsvoraussetzungen

Generell gilt: Hochschulbildung ist Ländersache. So gibt es von Bundesland zu Bundeland verschiedene Regelungen. In Schleswig-Holstein gelten laut dem HSG (Hochschulgesetz Schleswig-Holstein) folgende Voraussetzungen, um ohne (Fach-)Abitur zum Studium zugelassen werden zu können – eine davon muss erfüllt sein:

Zulassung zu allen FachrichtungenDamit erhält man eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung:

  • Meisterabschluss
  • Fortbildungsabschluss auf der Grundlage von §§ 53 oder 54 des Berufsbildungsgesetzes, von §§ 42 oder 42a der Handwerksordnung oder einer gleichwertigen bundes- oder landesrechtlichen Regelung
  • Vergleichbare Qualifikation i. S. des Seemannsgesetzes
  • Fortbildungsabschluss einer Fachschule
  • Abschluss vergleichbarer landesrechtlicher Fortbildungsregelungen für Berufe im Gesundheitswesen sowie im Bereich der sozialpflegerischen und sozialpädagogischen Berufe
Fachgebundene ZulassungZu einem Studium, das fachlich dem vorherigen Berufsweg entspricht, wird man zugelassen, wenn…

  • man mindestens zwei Jahre in der Berufsausbildung war und mindestens drei Jahre Berufspraxis hat
  • man in einem akkreditierten Bachelorstudiengang an einer Fachhochschule Leistungspunkten in einem Umfang von drei Semestern erworben hat

2. Numerus Clausus (NC)

Diese Zulassungsbeschränkung, bei der man einen bestimmten Notenschnitt benötigt, bedeutet nicht automatisch, dass man ohne Abitur das gewünschte Fach nicht studieren darf. Oft ist dies durch sogenannte Vorabquoten möglich. Dabei wird vor der allgemeinen Platzvergabe ein kleiner Teil unter anderem an beruflich Qualifizierte vergeben. So ist es sogar machbar, einen Platz im Medizinstudium zu ergattern.

3. Studiumsinhalte

Generell wird an Hochschulen kein Unterschied zwischen Studierenden mit oder ohne Abi gemacht. Dennoch gibt es an manchen Hochschulen Zusatzangebote, wie spezielle Kurse, um das Mathewissen aus der Schule aufzufrischen. Ein möglicher Bonus: Manchmal lassen sich die eigenen Berufserfahrungen als Pflichtpraktikum anrechnen, so dass dieses dann wegfällt.

4. Finanzierungsmöglichkeiten

Studenten können zur Finanzierung des Studiums Bafög beantragen – auch ohne Abi. Doch gewisse Grundvoraussetzungen müssen dabei erfüllt sein: Für Unterstützung im Bachelor-Studium darf man nicht älter als 30, im Master nicht über 35 Jahre alt sein. Für Studierende, die aufgrund ihrer Berufserfahrung eine Hochschulzulassung bekommen, gibt es aber Ausnahmeregelungen. Dennoch sollte man wissen, dass beispielsweise oft kein Bafög mehr gezahlt wird, wenn man verheiratet ist, da das Einkommen des Ehepartners angerechnet wird. Eine Alternative bietet beispielsweise das Aufstiegsstipendium des Bundes.

5. Erfolgsaussichten

Eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) zeigt, dass Studierende ohne Abi ähnlich erfolgreich sind wie ihre Kommilitonen mit. Laut dieser gleichen sich die Noten spätestens im dritten Semester an, zum Examen gibt es kaum noch Unterschiede. Jedoch ist die Abbruchquote bei Studierenden ohne Abi höher, da manche beispielsweise Studium, Familie und vielleicht noch den Job nicht unter einen Hut bekommen.

(mit Material von dpa und Centrum für Hochschulentwicklung)


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