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Nichts für Schwache Nerven: Schädlingsbekämpfer Tim JankeDer Beruf des Schädlingsbekämpfers hat Zukunft

Mäuse im Keller, Schaben in der Küche: solche Fälle für den Schädlingsbekämpfer will niemand haben, kommen aber trotzdem immer wieder vor. Wer das Ungeziefer nicht selbst beseitigen möchte oder kann, beauftragt zum Beispiel Tim Janke.

Der 35-Jährige ist Auszubildender bei der Osnabrücker Firma Tim Baranowski und mittlerweile im zweiten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer. Nach zwei anderen Ausbildungen und mehreren Aushilfstätigkeiten hat Janke nun einen Job gefunden, den er bis zur Rente machen will.

„Schädlingsbekämpfer ist ein interessanter und abwechslungsreicher Beruf“, sagt Janke. Jeder Tag sei unterschiedlich, man wisse oftmals morgens nicht, was der Tag alles bringen kann. Manchmal sind es Wespennester, die fachmännisch entfernt werden müssen, manchmal ein ganzer Rattenbau.

Die Ausbildung zum Schädlingsbekämpfer

Seit dem Jahr 2004 kann der Beruf des Schädlingsbekämpfers im Rahmen einer dualen AusbildungAzubi-Portrait-Schädlingsbekaempfer-02 erlernt werden. Die praktische Ausbildung findet in der Industrie und im Handel statt, die Theorie wird in der Berufsschule vermittelt. Schädlingsbekämpfer müssen beispielsweise neue Technologien und deren Einsatzmöglichkeiten, neue Schädlingsbekämpfungsmittel oder -verfahren kennen und sich vor allem über die aktuellen Entwicklungen in der Gesetzgebung auf dem Laufenden halten. Auch sollten sie stets über neue Entwicklungen in den Bereichen Arbeits- und Umweltschutz informiert sein.

Sechs Mal im Jahr fährt Janke für den Blockunterricht nach Recklingshausen, um am dortigen Hans-Schwier-Berufskolleg die theoretischen Grundlagen der Ausbilung zu lernen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Fächer Biologie, Chemie und Physik gelegt. Janke muss ja schließlich die Wirkweise der eingesetzten Stoffe kenne. „Auch Mathemathik spielt eine wichtige Rolle. Zum Beispiel bei der bestimmung der richtigen Konzentration und Mischungsverhältnisse von Pflanzenschutzmitteln. „Dass die Ausbilung so komplex ist, hätte ich nicht gedacht“, sagt Janke. Er fühlt sich mittlerweile schon wie ein kleiner Chemiker oder Biologe.

Angst und Ekel? Fehlanzeige

Dass der Beruf aber nicht für jeden geeignet ist, liegt vor allem an dem Umgang mit den zahlreichen Tieren. „Als Schädlingsbekämpfer darf man vor nichts fies sein“, so der 35-Jährige. Da er vom Land kommt und jahrelang Spinnen im Theraium gehalten hat, ist ihm der Umgang mit so manch ungewöhnlichem Tier nicht ungewohnt. Zwar sei die Masse der Tiere und deren Gerüche auch hin und wieder belastend, aber mit der Zeit schockt ihn nicht mehr viel. „Ob Mäuse über meinen Fuß rennen, interessiert mich gar nicht mehr.“

Zu den übergeordneten Anforderungen gehören Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein. Dies ist beim Durchführen von Entwesungen beim Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln besonders wichtig. Auch Beobachtungsgenauigkeit und Umsicht werden für den Beruf vorausgesetzt. Schädlingsbekämpfer müssen Art, Umfang und Ursachen des Schädlingsbefalls ermitteln und bei Arbeiten auf Leitern und Gerüsten steigen. Zudem gehört zu den Anforderung ein gewisses Maß an Kundenorientierung. Die Kunden müssen zum Beispiel über die Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen genau und verständlich beraten werden.

Schädlingsbekämpfer haben viel Perspektive 

Tim Baranowski, der Chef von Janke, ist überzeugt, dass sein Auszubildener glänzende Berufsperspektiven hat. „Ich kenne nicht einen arbeitslosen Schädlingsbekämpfer“, sagt er. Es gebe nicht viele Firmen und auch nicht viele Menschen, die den Job machen wollen. Gleichzeitig führten Überbevölkerung und eine damit einhergehende ansteigende Müllproduktion zu einer höheren Nachfrage nach Schädlingsbekämpfung.

Janke will auf jeden Fall in seiner Ausbildungsfirma bleiben. „Ich arbeite so lange weiter, bis mein Chef in Rente geht“, sagt er. Mit 35 hat er nun den Job gefunden, der für ihn die Zukunft ist.