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Tierpflegerin: Melanie Marks

TIERPFLEGERIN

Name: Melanie Marks
Wohnort: Osnabrück
Alter: 25 Jahre
Schulabschluss: erw. Realschule
Ausbildungsberuf: Tierpflegerin, 2. Ausbildungsjahr
Lieblingstier: schwere Entscheidung, aber am ehesten große Säugetiere

Die Besucher des Osnabrücker Zoos müssen vor den Scheiben und Einzäunungen der Gehege Halt machen – für Melanie Marks gilt das nicht. Sie macht hier ihre Ausbildung zur Tierpflegerin. Die 25-Jährige weiß: „Zimperlich sein darf man nicht.“

Osnabrück. Von den rund 3600 Tieren im Osnabrücker Zoo haben zwar nicht alle einen Namen – die meisten von ihnen aber schon. Ein Pinguin zum Beispiel, der durch sein Gehege watschelt, heißt Melli. „Wenn neue Tiere zu uns kommen, werden die Azubis zu Namensgebern und so hier verewigt“, erklärt Melanie Marks, von der Pinguin Melli seinen Namen bekommen hat. Die 25-Jährige macht im Zoo ihre Ausbildung zur Tierpflegerin und ist bereits am Ende ihres zweiten Lehrjahres. „Mir war eigentlich schon immer klar, dass ich etwas mit Tieren machen will“, erzählt sie.

Ein bis drei Monate lang ist sie in den verschiedenen Revieren des Zoos unterwegs. „Im Aquarium ist es vielleicht auch mal etwas länger, weil dort viel Technik im Einsatz ist“, erklärt Melanie. Aktuell ist sie im Affenhaus und im unterirdischen Zoo beschäftigt, anschließend steht noch der Wirtschaftshof auf dem Ausbildungs-Programm. Außerdem geht sie einmal pro Woche zur Berufsschule in Münster. „Wir gehen dort wirklich jedes Tier durch anhand eines Steckbriefs“, erklärt sie. Außerdem lernt sie dort auch alles zu den Themen Sicherheit, Transport, Futter, Krankheiten und Behandlungen. Außerdem unterrichtet auch der Zootierarzt die Lehrlinge immer mittwochs in einer kleineren Gruppe. „So kann man in bestimmte Bereiche noch tiefer einsteigen, zum Beispiel in das Thema Ernährung“, sagt Melanie.

Heute müssen aber erst einmal die Polarfüchse gefüttert werden. In der Futterküche bereitet Melanie alles vor: Sie schneidet verschiedene Obst- und Gemüsesorten und füllt sie in zwei Futtereimer. Hinzu kommt noch etwas Fleisch und einige Küken – dann geht es los Richtung Gehege. Baldur und Lisa – so heißen die beiden Polarfüchse – gehen zunächst in Deckung. Als die angehende Tierpflegerin dann die Futtereimer abstellt, ist es vorbei mit der Scheu. Zwischen den beiden Eimern lässt sie einige Meter Abstand: „Damit er auch eine Chance hat, etwas abzubekommen.“

Anschließend geht es direkt weiter zu den Rentieren. Denn was in all den Zoosendungen, die im Fernsehen ausgestrahlt werden, nicht so ganz rüberkommt: Als Tierpfleger muss man sehr viel saubermachen. „Man darf nicht zimperlich sein und die Arbeit ist auch körperlich anstrengend“, sagt Melanie. Doch sie ist froh, nicht den ganzen Tag im Büro sitzen zu müssen, sondern an der frischen Luft zu arbeiten. „Ich liebe es, die Tiere um mich herum zu haben. Die Arbeit macht wirklich viel Spaß und es macht mir auch nichts aus, früh aufzustehen.“ Um halb acht beginnt sie jeden Morgen ihre Schicht.

Zwei Ausbildungsplätze vergibt der Zoo Osnabrück pro Jahr, auf die sich mehr als 200 junge Leute bewerben. Um einen der begehrten Plätze zu ergattern, brauchen sie einen Realschulabschluss und müssen vorher bereits ein Praktikum in einem Tierpark absolviert haben. Melanie hat Glück: An ihrem Arbeitsplatz leben zahlreiche verschiedene Tierarten. Auszubildende in kleineren Tierparks müssen häufig Praktika in anderen Einrichtungen machen, um mit allen Tieren arbeiten zu können.

Als Melanie das Tor zum nächsten Gehege öffnet, geht es um einiges wilder zu als noch bei den Polarfüchsen. Die Waschbären des Osnabrücker Zoos kommen sofort angelaufen, klettern an den Hosenbeinen hoch und stürzen sich auf den Futtereimer. Und genau das ist es wohl, was für Melanie diesen Job ausmacht: „Ich freue mich, wenn sich die Tiere so freuen“, erklärt sie strahlend. Nach ein paar Streicheleinheiten geht es dann aber auch schon wieder weiter.

Nicht jeder findet es gut, wenn Tiere nicht in freier Wildbahn leben, sondern in Gehegen. Doch Melanie weiß, dass die Zoos eine wichtige Aufgabe erfüllen: „Es geht schließlich auch um die Artenerhaltung. Außerdem bieten wir den Tieren Auslauf und Abwechslung. Wir beschäftigen sie mit verschiedenen Spielzeugen, lassen sie auf spielerische Weise ihr Futter suchen. Bei der Haltung von Haustieren wird oft viel mehr falsch gemacht.“