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Veranstaltungstechniker: Josha Pankoke

AZUBI – STECKBRIEF: VERANSTALTUNGSTECHNIKER

Name: Josha Pankoke
Wohnort: Osnabrück
Alter: 21 Jahre
Schulabschluss: Abitur
Ausbildungsberuf: Fachkraft für Veranstaltungstechnik, Ende 2. Ausbildungsjahr
Hobbys: Fotografie, Film

AN DEN REGLERN


Spot an, die Lautstärke aufdrehen und los gehts! Ganz so einfach ist die Arbeit einer Fachkraft für Veranstaltungstechnik tatsächlich nicht. Damit eine Veranstaltung zum Erfolg wird, ist jede Menge Arbeit notwendig.

Schon in der 8. Klasse fing Josha Pankoke an, sich für die Technik im Mehrzweckraum seiner Schule zu interessieren, bald durfte er dort zum ersten Mal den Verfolger – einen Scheinwerfer, der dazu benutzt wird, Akteure auf der Bühne in Szene zu setzen – bei einer Veranstaltung bedienen. Anschließend entwickelte er seine Kenntnisse in einem Jugendzentrum, in dem er häufig ehrenamtlich aushalf, selbstständig weiter. Ein zweiwöchiges Praktikum bei seinem aktuellen Arbeitgeber Starlight Showservice und anschließende Mitarbeit als Aushilfe führten vor knapp zwei Jahren dann schließlich zum Ausbildungsvertrag als Fachkraft für Veranstaltungstechnik.

Im 1500 Quadratmeter großen Lager findet man Josha zwischen verschiedensten Kabeln, Lautsprechern, Mischpulten, Verstärkern, Mikros und Scheinwerfern. Aber auch Beamer, Bühnenpodeste, Traversen, Stoffe und Treppen gehören zur Austtattung von Starlight Showservice. „Jeder hat hier eigentlich so seinen Bereich, mit dem er sich am besten auskennt. Bei mir wäre das eindeutig die Tontechnik“, sagt Josha. Während seiner dreijährigen Ausbildung lernt er aber alle Bereiche kennen – also auch Licht- und Videotechnik sowie Bühnenbau.

Häufig wird Equipment für Feiern an Privatpersonen verliehen, die zum Ende der Woche gepackt werden müssen und in der darauffolgenden Woche dann zurück zum Betrieb gebracht werden. Dann macht sich Josha daran zu prüfen, ob alle Geräte noch funktionieren und stellt sie anschließend zurück ins Lager. Selbst für eine relativ kleine Feier kommt dabei schon so einiges zusammen. „Zum Lageralltag gehören auch die Reparatur und die Wartung der Technik“, erklärt Josha.

An Werktagen ist Josha von 9 bis 17 Uhr im Betrieb – eigentlich eine Stunde pro Tag zu wenig. Dafür muss er dann an den Wochenenden meist länger arbeiten – bekommt in der folgenden Woche dann aber dafür einen freien Tag. „Das ist vielleicht ein Nachteil des Jobs: Man muss arbeiten, während andere feiern“, sagt Josha. Tatsächlich macht diese Tatsache ihm aber wenig aus: „Wenn du auf einer Veranstaltung arbeiten muss, bei der alle um dich herum Spaß haben, machst du einfach ein bisschen mit, sorgst für Stimmung. Das ist immer noch besser, als den ganzen Tag im Büro zu sitzen.“

Stellt sein Ausbildungsbetrieb beispielsweise die Tontechnik für ein Schützenfest, muss er auch schon mal nachts um 2 Uhr aus dem Bett, um zusammen mit einem Kollegen alles wieder abzubauen und zurück ins Lager zu schaffen. Bei anderen Veranstaltungen bleibt er manchmal auch vor Ort, um Licht- oder Tontechnik selbst zu bedienen. Außerdem gehört es zu seinen Aufgaben Mischpulte für Konzerte vorzubereiten, Strompläne zu erstellen, damit Imbissbuden, Getränkestände und Künstler gleichermaßen versorgt werden und Soundchecks mit Bands durchzuführen. Gerade bei größeren Shows könne der Ton auch schon mal rauer sein. Die größte Veranstaltung an der er mitgewirkt hat, war das Terrassenfest am Westerberg mit 10 000 Besuchern.

„Die Arbeit ist körperlich anstrengend, man muss viel schleppen, konzentriert sein und meistens stehen“, erklärt Josha. „Teamwork ist enorm wichtig in diesem Bereich. Man muss sich untereinander austauschen und vor allem: Bock drauf haben!“ Bewerber für eine Ausbildung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik sollten außerdem gut in Mathe, Physik und Englisch sein, sowie gut mit dem PC umgehen können. Das Abitur ist keine zwingende Voraussetzung, der Beruf ist auch für Haupt- und Realschüler zugänglich. Allerdings sollten angehende Azubis möglichst volljährig sein, was mit den variablen Arbeitszeiten zusammenhängt.

Etwa einmal pro Monat muss Josha zum Blockunterricht zur Berufsschule in Hannover, die sogar einen eigenen Showroom hat. Dort werden die rund 30 Schülerinnen und Schüler seiner Klasse in insgesamt zwölf Lernfeldern unterrichtet – pro Jahr stehen vier davon auf dem Lehrplan. „Der Unterricht in der Berufsschule und die praktische Ausbildung im Betrieb ergänzen sich gut“, findet der 21-Jährige. Neben Fächern wie Englisch und Deutsch lernen sie in Politik viel über Jugend- und Arbeitsschutz, im Fach Wirtschaft bekommen sie kaufmännische Grundlagen vermittelt. Dann gibt es aber auch noch Fächer, in denen Josha alles über Funktechnik lernt, beim Thema Beleuchtung geht es unter anderem um Licht- und Farbenlehre, Statik und Kräftebewegung sind wichtig für Bühnenbau. „Mathe ist kein einzelnes Fach, wird aber fast überall gebraucht“, erklärt Josha.

Auch wenn Josha großen Spaß an seiner Tätigkeit im Bereich der Veranstaltungstechnik hat, ist ihm bewusst: „Der Job ist zu anstrengend, um ihn für immer zu machen.“ Trotzdem will er nach Abschluss seiner Ausbildung auf jeden Fall dabei bleiben. „Vielleicht mache ich noch meinen Meister oder hänge ein Studium hinten dran. Es gibt genügend Möglichkeiten, sich in diesem Bereich weiterzuentwickeln“, sagt Josha. Er könnte sich auch vorstellen, später einmal selbst Auszubildende in der Berufsschule zu unterrichten.