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Tattoos und Piercing – Jobkiller oder akzeptiert?

Mit oder ohne? Tattoos oder Piercing sind Geschmacksache, ganz so wie Kleidung, Frisur oder Make-up. Was der eine mag, findet der andere grässlich. Im Berufsleben allerdings bergen Ringe, Stecker und Körperschmuck ein gewisses Konfliktpotenzial, zumindest in einigen Branchen.

Permanenter Körperschmuck ist unter jungen Leuten heute fast so etwas wie Normalität geworden. Rund 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind tätowiert. Tattoos sind im Alltag angekommen und unter manch einem Geschäftsanzug verbirgt sich heute ein kunstvolles Tribal. Dennoch sind die Regeln in der Arbeitswelt nicht ganz so einfach. Ausbilder entscheiden am Ende ganz allein. Wenn ihm oder ihr Dein Auftreten nicht gefällt, wirst Du nicht eingestellt. Das ist zwar vielleicht nicht immer gerecht, aber Fakt.

Foto: Unsplash

Der Deutsche Gewerkschaftsbund empfiehlt, das Thema „Körperschmuck“ mit dem Chef vor Ausbildungsbeginn bei Bedarf zu besprechen. Meistens liegen Azubi und Ausbilder gar nicht so weit auseinander. Schlau ist es, möglichst gar keine Angriffsfläche anzubieten, d.h. mindestens im Bewerbungsgespräch: Stecker ziehen und Tattoos verdecken. Wie es später im Arbeitsalltag aussieht, ist immer eine Sache der Absprache. In einigen Handwerksberufen müssen Piercings ohnehin aus Sicherheitsgründen abgedeckt oder entfernt werden, da sie ein gewisses Unfallrisiko bergen. Recht klar ist die Sache auch bei der Polizei: Bewerber dürfen keine sichtbaren Tätowierungen haben, sonst werden sie nicht eingestellt – Ausnahmen sind selten.

Wer mit Kunden zu tun hat, sollte vorsichtig sein

Überhaupt variiert die Toleranz je nach Gewerbe. Meist gilt folgende Regel: Je mehr Kundenkontakt Du in Deinem Job hast und je “wichtiger“ die Leute sind, mit denen Du regelmäßig zu tun hast, desto
dezenter sollte der Körperschmuck sein. Ausnahmen sind oft kreative oder künstlerische Berufe, bei Banken, Versicherungen, im öffentlichen Dienst sowie im Verkauf und Vertrieb solltest Du unbedingt vorsichtig sein, gucken, wie sich die Kollegen zeigen und im Zweifelsfall nachfragen. Auch in der Gastronomie könnte es Probleme geben, besonders im Servicebereich. Ebenso in der Personenbeförderung, bei direktem Kontakt mit Reisegästen.

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Ob Du Dir ein Tattoo stechen lässt oder nicht, ist rechtlich gesehen Deine Privatsache. Der Arbeitgeber kann allerdings von Dir verlangen, während der Arbeitszeit bestimmte Kleidung zu tragen, Schmuck zu entfernen und sichtbare Tattoos abzudecken. Sich tätowieren zu lassen, darf der Arbeitgeber aber nicht verbieten. Wenn es Zugeständnisse seitens des Arbeitgebers gibt, etwa Piercingschmuck am Ohr geduldet wird, sollte man dies nicht unbedingt ausreizen: Der allzu abgefahrene Tunnelschmuck muss es vielleicht nicht unbedingt sein. Immer bedenken: Für viele bedeutet eine Ausbildungsstelle auch eine Übernahmechance – die will man sich ja durch Körperschmuck nicht vermasseln. Auch, ob sich ein dauernder Konflikt am Ende lohnt, solltest Du Dir gut überlegen. Im schlimmsten Fall wird Dein Verhalten als geschäftsschädigend ausgelegt – dann ist es mehr als fraglich, dass Du in Deinem Beruf besonders glücklich wirst. Horst Schmitt von der Arbeitsagentur weiß: „Soziale Kompetenz ist ein wichtiges Thema für Ausbilder. Dazu gehört auch Kompromissbereitschaft in Fragen des Auftretens. Wer das nicht berücksichtigt, hat bei Chefs schlechte Karten.“

Text: Matthias Schlicht


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