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Überstunden und Dienst am Wochenende?Über die Rechte und Pflichten von Azubis

Foto: Unsplash / Tanialee Gonzalez

Auszubildende, die noch minderjährig sind, dürfen nicht mehr als 40 Stunden in der Woche arbeiten. Das regelt das Jugendarbeitsschutzgesetz. Doch was nach einer einfachen Regel klingt, wird in der Praxis nicht immer konsequent durchgesetzt. So steht im Ausbildungsreport 2018 des Deutschen Gewerkschaftsbundes geschrieben, dass fast drei von zehn Minderjährigen regelmäßig Überstunden machen. Gut die Hälfte bekommt dafür einen Freizeitausgleich. Wer wie viel arbeiten darf, ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Azubis unter 18Nicht mehr als 40 Stunden pro Woche
Täglich nur acht Stunden. Diese Arbeitszeit darf pro Tag um eine halbe Stunde überschritten werden, aber nur, wenn die Arbeitszeit in der selben Woche mit einem früheren Feierabend ausgeglichen wird.
Niemals am Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen

 

Diese Regelungen gelten für Auszubildende über 18

Bei Azubis, die volljährig sind, greift das Jugendarbeitsschutzgesetz nicht. Hier gelten die folgenden Regeln aus dem Berufsbildungsgesetz:

Azubis ab 18Der tägliche Dienst von acht Stunden darf ausnahmsweise auf zehn Stunden ausgeweitet werden. Innerhalb von sechs Monaten darf jedoch nicht mehr als durchschnittlich acht Stunden am Tag gearbeitet werden.
Das Berufsbildungsgesetz gibt an, dass Azubis einen Anspruch auf die Vergütung oder einen Freizeitausgleich haben, wenn sie Überstunden leisten
Samstags-Dienst ist möglich.

Wenn Überstunden Frust erzeugen

Es ist ein alter Spruch, der an seiner Wahrheit jedoch nichts eingebüßt hat: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Oft müssen Azubis Aufgaben erledigen, die andere als zu unbequem erachten – und wenn alle anderen Kollegen auch über die reguläre Arbeitszeit hinaus noch fleißig sind, befürchten sie schiefe Blicke, wenn Sie pünktlich den Stift fallen lassen. Doch wenn Azubis regelmäßig Aufgaben bekommen, die nichts mit ihrer Lehre zu tun haben und eine Überstunde der nächsten folgt, können sie sich durchaus wehren. Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten sollte dann die erste Maßnahme sein. Außerdem sollten Überstunden genau protokolliert werden, um im Gespräch stichhaltige Angaben machen zu können.

(mit Material von Arag)


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